Österreichischer Jagd- und Fischerei-Verlag

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einblicke

Büchse

Norbert Steinhauser

Ärgerlicher Fehlschuss oder gezirkelter Blattschuss – was macht den Unterschied aus? Wann wird aus einem Schießprügel ein vertrautes Gewehr? Und welche Rolle spielen Zielfernrohr und Patrone?
Norbert Steinhauser, gelernter Büchsenmacher, langjähriger Berufsschießausbildner und leidenschaftlicher Jäger, kennt die Büchse in- und auswendig. Und er kennt die Geheimnisse für den perfekten Kugelschuss. Von der ruhigen Atemtechnik bis zur stabilen Auflage. Vom Zielfernrohr bis zur Zündung. Von der Rehbockscheibe am Schießstand bis zum windig-kalten Schuss am Berg, wenn einen das Jagdfieber beutelt. In klarer Sprache behandelt der Autor Fragen zu Bauart, zur Munition und zum Einschießen bis hin zur rauen Praxis im Revier: Wie wirken sich Wind, Regen und Schneefall aus? Was ist beim Schuss bergauf oder bergab wesentlich? Und wie wird selbst ein Schuss über den Stock oder kniend nicht zur Zitterpartie?
„Büchse“ ist ein Buch, das keine Frage unbeantwortet lässt. Ein Volltreffer für Jäger und Schützen, die ihre Büchse richtig verstehen und mit ihr auch sicher umgehen wollen. Und für den Jungjäger nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zu den Prüfungsunterlagen, sondern geradezu ein Muss, um rasch und sicher zu einem verlässlichen Kugelschützen zu werden.
216 Seiten, mehr als 100 Farbfotos. Exklusiv in Leinen.

Preis: Euro 35,–
inkl. MwSt.

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Die Büchse – sie ist des Jägers Braut. Oft ist das Verhältnis aber getrübt: unerklärliche Fehlschüsse, Mucken oder ganz einfach das Gefühl, nicht zusammenzupassen. – Das Buch "Büchse" gibt alle Antworten für eine in jeder Hinsicht funk­tionierende Beziehung. Buch-Auszug.


Der dynamische Büchsenanschlag
Die Ausgangsstellung für den dynamischen jagdlichen Büchsen­anschlag ist ähnlich dem Flintenanschlag. Das Schaftende ist im Bereich des Hüftknochens, die Laufmündung etwa in Augenhöhe des Schützen. Im Zuge der Anschlags­bewegung sollte die Büchse entlang dem Körper (Körperkontakt) in die Schulter hochgleiten. Die Höhen­begrenzung des Schaftrückens ist der Backenknochen, womit auch die Anschlagshöhe fixiert ist. Während dieser Bewegung sollte die Laufmündung in der ursprünglichen Anschlagshöhe verbleiben, damit die Büchse – ähnlich wie bei einem Scharnier – mit dem Schaft in die Schulter hinaufgleiten kann. Jetzt kommt die Schaftgeometrie der Büchse voll zum Tragen, wie erwähnt muss genau jetzt der Einblick in die Visiereinheit ­gewährleistet sein, ohne dass man mit dem Kopf noch nachkorrigieren muss. Die für den Büchsenschuss auf flüchtendes Wild notwendige Körperdrehung geht von der Hüfte aus, Büchse und Oberkörper mit gesamtem Anschlag des Kopf­bereichs bilden eine unverrückbare Einheit. Die Füße stehen schulterbreit, der linke Fuß (bei Rechtsschützen) ist um eine halbe Schuhlänge nach vorne gestellt. Damit muss schon vor Beginn des Anschlags die Fuß-/Beinstellung in Fluchtrichtung des Wildes eingenommen werden. Das heißt: Eine Schritt­korrektur ist möglicherweise vor dem Anschlag der Büchse notwendig, sollte das Wild aus anderer Richtung wechseln als zunächst vermutet. Obwohl der Büchsenschuss auf flüchtendes Wild eine ähnliche Schwungdynamik braucht wie der Flintenschuss, muss der Schuss gezielt über ein Abkommen erfolgen. Nach dem dynamischen Anschlagen der Büchse, sollte die Zielaufnahme knapp hinter dem Wildkörper mittels des Abkommens der Visiereinheit erfolgen. Je nach Entfernung und Vorhaltemaß wird das Abkommen im Wildkörper mitgeführt oder je nach Vorhaltemaß das Ziel überholt. Wer keinen Schwung aufbaut, bleibt mit dem Abkommen zu lange im Wildkörper kleben und verliert die Dynamik. Das Ergebnis ist ein Bewegungsstopp im Schuss, damit wird der Treffer weiter hinten auf dem Wildkörper sitzen als gewollt. Wird die Büchse in der Geschwindigkeit des Wildes mitgeschwungen und der Schuss dynamisch abgegeben, braucht der Schütze nur die Zeit des Geschoßfluges von der Laufmündung zum Wildkörper als Vorhaltemaß einrechnen. Eingeschliffene ­Visier- und Anschlagtechniken, bei denen der Schütze im Schuss stehen bleibt, sind schwierig auszumerzen. Kann der Schütze den Schuss nicht im Schwung lösen, muss das Vor­halte­maß vergrößert werden. Dies ist zwar nicht befriedigend, aber die einzige Möglichkeit, dieses Problem halbwegs in den Griff zu bekommen. Aus der Erkenntnis der Schwung­dynamik ist der Einsatz von fixen Schießauflagen, wie es eben Schießstöcke sind, innerhalb der erwähnten 30 Meter nicht günstig. Würde in dieser Situation ein Schießstock als Schießhilfe eingesetzt, so wäre die Schießauflage der Drehpunkt und nicht die Hüfte des Schützen. Damit kann eine dynamische Schießtechnik auf kurze Distanz auf ein flüchtendes Stück Wild nicht funktionieren.

Der Schuss auf flüchtendes Wild (mittlere Entfernung)
Die Trefferquote bei Durchschnittsschützen nimmt ab einer Entfernung von 30 Metern bei freihändigem Schuss auf flüch­tendes Wild rapide ab. Schützen, die auch auf etwas weitere Entfernung freihändig sattelfest sind, gehören zu den Privilegierten und können natürlich den freihändigen Schuss weiter anwenden. Was machen aber all jene, die ab einer gewissen Entfernung Schwierigkeiten haben (und das ist die große Masse)? Hier breche ich eine Lanze zugunsten des Schießstocks, im Idealfall das Dreibein. Aus Erfahrungen auf den Laufenden Keiler weiß ich: Ab einer Entfernung von 30 Metern lohnt sich für einen nicht unbedingt mit Schützenleistung gesegneten Schützen der Einsatz eines Schießstockes. Es ist dies ein Kompromiss, denn das Schwungverhalten bei schnell wechselnden Situationen ist natürlich nicht in dem Ausmaß gegeben wie beim freihändigen Schuss. Die Büchse sollte am Übergang zwischen Büchsensystem und Vorderschaft (Schaftverbindungsschraube oder Scharnierbolzen) auf den Schießstock aufgelegt werden können (Zweibein oder Dreibein). Diese Position fungiert als Drehpunkt der Büchse, deshalb ist die Fortführung der Drehbewegung während der Schussabgabe sehr wichtig. Der Vorteil ist aber, dass die Büchse auch auf weitere Entfernungen (30 bis 100 Meter) horizontal einigermaßen genau am Wildkörper mitgezogen werden kann. Weil die Büchse durch die größere Entfernung einen geringeren Aktionswinkel beschreibt, verbleibt mehr Vorteil durch die ruhige Büchsenführung, als der Nachteil der Bewegungseinschränkung ausmacht. Auch hier besteht die Gefahr, beim Schuss auf dem Ziel kleben zu bleiben, und der Treffer sitzt dann ein wenig hinten. Unbedingt wichtig ist es dabei, auf dem Schießstand sein Vorhaltemaß auszuloten und mit demselben Stock zu üben, der dann bei der Jagd verwendet wird.

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