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Herbert & Co.

Susanne Papst

Die Abenteuer des Fuchses Herbert und seiner Freunde. Illustriert von Haralds Klavinius. Ab 4 Jahren. Pädagogisch wertvoll!
64 Seiten.

Preis: Euro 19,–
inkl. MwSt.

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Alle ernstzunehmenden Studien besagen: Kinder, die von Klein auf Geschichten hören, meistern ihr Leben leichter und erzielen später bessere Schulnoten. Dem trägt das Vorlesebuch "Herbert & Co." von Susanne Papst Rechnung. In jeder der spannenden und berührenden 25 Geschichten steckt eine kleine menschliche Botschaft. Liebevoll illustriert von Haralds Klavinius. – Pädagogisch wertvoll! - Nachstehend eine Leseprobe.


Wie der Fuchs das Monster traf
Mitten im dichten Wald in einem kleinen, aber sehr, sehr tiefen See lebte einmal ein ganz seltsames Tier. Es war so groß wie ein Elefant, aber ganz grün, mit einer dicken Nase, riesigen Hinterbeinen und kleinen Vorderbeinen, die fast wie Hände waren. Die Ohren des Tiers schauten aus wie Grasbüschel, die ihm seitlich am Kopf herunterhingen.
Das Tier war ein Seeungeheuer oder Monster und – um ehrlich zu sein – es sah ziemlich hässlich aus. Es war aber ein ganz, ganz liebes Monster, das nur Wasserpflanzen fraß und niemandem etwas tat. Es hätte sich gerne mit anderen Tieren unterhalten, ja es hätte sich schon gefreut, wenn ab und zu jemand zu ihm "Guten Morgen" oder auch nur "Hallo" gesagt hätte. Aber leider: Die anderen Tiere fürchteten sich so vor ihm, dass sie einen großen Bogen um den kleinen See machten. Und wenn sie doch einmal vorbeigehen mussten, dann liefen sie, so schnell sie konnten, damit sie nur ja das Ungeheuer nicht erwischte. Also blieb das Monster allein und wurde jeden Tag trauriger ... bis eines Tages ein Fuchs kam. Der Fuchs hieß Herbert und hatte einen schlechten Fuß. Mit diesem Fuß war er nämlich einmal an einem Stacheldraht hängen geblieben. Von dem Draht hatte er sich zwar befreien können, aber von da an hinkte er auf dem Fuß. Und von da an ging es ihm auch schlecht in seinem Wald. Statt zu sagen: "Das ist der tapfere Herbert, der hat sich ganz allein von einem Stacheldraht befreit", riefen die anderen Füchse: "Schau, da kommt Herbert, das Hinkebein!" Herbert war ein gutmütiger Fuchs und ließ die anderen reden, aber nach einer Weile kränkte er sich so über den Spott, dass er beschloss, sich in einem anderen Wald ein neues Heim zu suchen.
Auf seinem Weg kam er auch an den See. Und weil er durstig war und nicht wusste, dass in dem See ein Ungeheuer lebte, lief er zum Ufer und trank. Da war er plötzlich ganz nass, weil das Wasser riesige Wellen schlug, die über ihn drüberschwappten. Und auf einmal schaute Herbert mitten in die Augen des Monsters. Er erschrak so, dass er einen gewaltigen Sprung nach hinten machte.
Das Seeungeheuer hatte Angst, dass er gleich weglaufen würde, und rief schnell: "Bitte bleib da, ich tu dir nichts! Ich fresse nur Wasserpflanzen!"
Da blieb Herbert, der ja – wie wir wissen – ein sehr tapferer Fuchs war, stehen und schaute sich das unheimliche Tier genau an. Dabei fiel ihm auf, dass es die schönsten Augen hatte, die er je gesehen hatte: ganz golden, mit kleinen glitzernden blauen Sprenkeln darin. "Was bist du?" fragte er nach einer Weile.
"Ich bin ein Seeungeheuer", sagte das Monster, "und ich bin ganz allein". Und weil es so lange niemanden gehabt hatte, mit dem es hätte reden können, erzählte es dem Fuchs alles von sich: Wie die anderen Tiere immer gleich wegliefen, wenn sie es sahen, und dass es nicht einmal wüsste, ob es irgendwo noch andere Seeungeheuer gab oder ob es das Letzte seiner Art war.
Der Fuchs hörte sich das alles an, dann sagte er: "Ich bin auch ganz allein." Und dann erzählte er dem Monster davon, wie er im Stacheldraht hängen geblieben war und von den anderen Füchsen, die ihn verspottet hatten.
Dann waren sie beide lange still. Das Ungeheuer hätte den Fuchs gern gefragt, ob er vielleicht sein Freund sein wollte, aber es traute sich nicht, weil es dachte, so ein hübscher roter Fuchs würde so ein hässliches grünes Monster nicht zum Freund haben wollen. Der Fuchs wiederum hätte das Ungeheuer gerne gefragt, ob es sein Freund sein wollte, aber er traute sich auch nicht, weil er sich dachte, ein Tier, das so groß und stark ist und so wunderschöne Augen hat, würde einen hinkenden Fuchs nicht als Freund haben wollen.
Nach einer Weile nahm Herbert seinen ganzen Mut zusammen und fragte: "Möchtest du vielleicht mein Freund sein?" Und im selben Moment nahm das Monster seinen ganzen Mut zusammen und fragte: "Möchtest du vielleicht mein Freund sein?" Da schauten sie sich ganz überrascht an und fingen dann furchtbar an zu lachen, weil sie das genau gleichzeitig gesagt hatten und weil sie sich vorher so lange nicht getraut hatten. Und von da an waren die beiden Freunde.

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